Bayern - Bezirk Allgäu mit den Landkreisen Weilheim-Schongau und Garmisch-Partenkirchen

Deine Rechte im Streik

Basisinformationen zum Thema "Streik"

Deine Rechte im Streik

Wer darf sich an Streiks – auch an Warn- und Solidaritätsstreiks – beteiligen?
Jeder Beschäftigte – egal, ob gewerkschaftlich organisiert oder nicht – darf an einem (Warn- oder Solidaritäts)-Streik teilnehmen, wenn die Gewerkschaft dazu aufgerufen hat.

Darf der Arbeitgeber seinen Beschäftigten die Teilnahme am Streik untersagen?
Nein! Selbst wenn er dies tun würde, müssten sich Beschäftigte nicht daran halten, weil das Streikrecht im Grundgesetz garantiert ist (Art 9 Abs. 3 GG). Voraussetzung dafür ist, dass ver.di zum Streik aufgerufen hat. Beschäftigte müssen dem Arbeitgeber keine Auskunft darüber geben, ob sie planen, zu streiken.

Darf der Arbeitgeber wegen der Teilnahme an einem Streik abmahnen oder kündigen?
Nein! Solche Maßregelungen durch den Arbeitgeber aufgrund einer Teilnahme am Streik sind verboten. Gewerkschaften können rechtlich dagegen vorgehen. Darüber hinaus vereinbart ver.di am Ende eines Arbeitskampfes eine sogenannte „Maßregelungsklausel".

Dürfen Leiharbeitnehmer/-innen während eines Streiks zu „Streikbrecherarbeiten“
verpflichtet werden?
Nein! Leiharbeitnehmer/-innen müssen in einem bestreikten Betrieb nicht arbeiten. Das sieht das „Arbeitnehmerüberlassungsgesetz“ ausdrücklich vor.

Wer erhält Streikunterstützung (Streikgeld)?
Arbeitgeber zahlen kein Entgelt für die Zeit, in der Beschäftigte streiken. Als Ausgleich gibt es für ver.di-Mitglieder eine Streikunterstützung, wenn zu vier oder mehr Stunden Arbeitsniederlegung aufgerufen wurde. Voraussetzung dafür ist die satzungsgemäße Beitragszahlung. Und: Der Zeitpunkt des Eintritts in ver.di muss mindestens einen Monat vor dem Streik liegen.

Wie berechnet sich die Streikunterstützung?
Die Streikunterstützung ist geringer als das Nettoarbeitsentgelt, aber sie ist steuer- und sozialversicherungsfrei. Die Höhe richtet sich nach dem Mitgliedsbeitrag. Eltern erhalten pro Streiktag einen zusätzlichen Betrag für jedes kindergeldberechtigte Familienmitglied.

Wie lange erhalten Mitglieder Streikgeld und wo wird es beantragt?
Streikunterstützung wird ab dem ersten Streiktag bis zum Ende des Arbeitskampfes gezahlt. Die Beantragung erfolgt in der Regel im lokalen Streikbüro.

Gilt der Krankenversicherungsschutz auch während des Streiks?
Ja, der Schutz besteht auch während des Streiks. Es ist gesetzlich geregelt, dass Pflichtversicherte für diese Zeit keinen Beitrag zahlen müssen. Nur freiwillig und privat Versicherte sind beitragspflichtig.

Anweisungen der Streikleitung
Für einen erfolgreichen, reibungslosen und ordnungsgemäßen Ablauf von Streikmaßnahmen haben alle beteiligten Mitglieder (und Nicht-Mitglieder) den Anweisungen der Streikleitung zu folgen.

Diese Streikinfo gibt es in verschiedenen Sprachen als PDF-Downloads in der Spalte rechts.