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Erster Warnstreik bei Kreisboten-Verlag Weilheim

Kampf gegen Tarifflucht

Erster Warnstreik bei Kreisboten-Verlag Weilheim

Schilder malen für den Streik Foto: ver.di Schilder malen für den Streik

(18.07.2016) Von der tarifgebundenen Ippen-Firma in die tariffreie Ippen-Firma. Noch ist bei der Kreisboten-Verlag Mühlfellner KG in Weilheim nicht ausgestanden, ob und wie viele Beschäftigte der Satztechnik die Arbeitsverträge mit der PMS Print- und Medienservicegesellschaft mbH unterschreiben und ihr Arbeitsverhältnis mit dem Kreisboten-Verlag aufheben. Man durfte noch mal über den Arbeitsvertrag sprechen und es wurde ein neuer Entwurf vorgelegt, in dem das Urlaubs- und das Weihnachtsgeld nicht mehr als „freiwillige Leistungen“ deklariert sind. War es Taktik, dieses in den ersten Entwurf zu schreiben, dann aber zurückzunehmen, damit die Beschäftigten die anderen Hämmer leichter schlucken? Es bleiben: Nach einem Jahr 40 statt 35 Stunden ohne Lohnausgleich, ebenso nach einem Jahr gegenüber dem Manteltarifvertrag deutlich abgesenkte Zuschläge, keine Festlegung auf die individuelle 5-Tage-Woche, verlängerte Kündigungsfristen auch für die Arbeitnehmer. Bei der Gehaltshöhe ist nun zwar die Tariferhöhung ab 1. Juli 2016 berücksichtigt, nicht aber die Tariferhöhung ab 1. August 2017, die bei einem Betriebsübergang gezahlt werden müsste.

Darüber hinaus hat die Mutter beider Firmen, die Zeitungsverlag Oberbayern GmbH & Co. KG, eine Patronatserklärung überreichen lassen, nach der sie für Abfindungen bei betriebsbedingten Kündigungen bei der PMS einsteht. Dies gilt jedoch nur für fünf Jahre und nur für den Fall einer kompletten Betriebsschließung.

Zum Dank für die Verzichte und die ungenügende Absicherung der Beschäftigten im Falle von betriebsbedingten Kündigungen bei der PMS sollen sie als Abfindung für den Verlust des Arbeitsplatzes beim Kreisboten-Verlag erhalten: NICHTS!
Sie hätten ja gegenüber dem jetzigen Zustand keine finanziellen Einbußen, sagte man uns bei Sozialtarifverhandlungen am 14.07.2016.

 Geht’s noch? „Nicht mit uns!“,  sagen die Kolleginnen und Kollegen, die dem ver.di-Aufruf zum ersten ganztägigen Warnstreik folgten.

 

ver.di Bezirk München, Fachbereich 8, Schwanthalerstr. 64, 80336 München

Streikversammlung vor dem Verlag Foto: ver.di Streikversammlung vor dem Verlag